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Stammpflanze:
Cannabis sativa L.
Cannabispraparate: Marihuana (Cannabiskraut) enthalt durchschnittlich
0,5-2%
THC, besondere Praparationen enthalten bis zu 14% THC.
Haschisch (Cannabisharz) weist einen mittleren THC-Gehalt
von 2-10% auf, besondere Praparationen erreichen einen THCAnteil
von uber 20%. Haschischol ist mit THC bis zu 65%
angereichert.
Inhaltsstoffe. uber 60 Cannabinoide; Die Hauptcannabinoide sind
Cannabidiolcarbonsaure (sedativ), Cannabidiol (CBD,
anxiolytisch), Delta-9- und Delta-8-Tetrahydrocannabinol (D9
bzw. D8.- THC, halluzinogen), THC-Carbonsauren, Cannabinol
(CBN) und Cannabinolcarbonsaure (alle unwirksam).
Anwendung: i. allg. geraucht, gelegentlich peronal
Wirkungen: dosisabhangig von milder Sedation und Euphorie
uber
Halluzinationen bis zu dysphorischen Zustanden mit Ubelkeit
und Erbrechen; die mittlere Dosis zur Erzielung eines
Rauschzustandes betragt 100 Êg/kg THC geraucht, oral
mus
etwa die doppelte Menge konsumiert werden. Heiterkeit und
Ausgelassenheit wechseln mit traumartigen Zustanden.
Auffallig sind Orientierungsverlust, raumliche Verzerrungen,
verlangertes Zeitempfinden, verminderte Konzentrationsfahigkeit
und Leistung des Kurzzeitgedachtnisses, .verwascheneg
Sprache, Ausweichen auf Nebenaspekte, gesteigerter
Appetit.
Wirkungseintritt: 15-40 min. nach dem Rauchen, 0,5-2 h
nach p.o. Applikation
Wirkdauer: 2-6 h nach dem Rauchen, bis 8 h nach p.o. Applikation
Wirkungsweise: Angriff an den Cannabinoid-Rezeptoren CB
1 (zentral) und CB
2 (peripher), ein endogener Ligand ist Anandamid; Stimulation
des Belohnungssystems
Pharmakokinetik: rasche Verteilung im fettreichen Gewebe; THC
und seine
Metaboliten reichern sich in Lunge, Leber, Milz, Herz, Hoden,
Niere, Speicheldrusen und Gehirn an. Bei haufigem
Cannabiskonsum ist mit einer Akkumulation von THC und
seinen Metaboliten zu rechnen.
Verteilungsvolumen: fur THC um 10 l/kg Korpergewicht
Maximaler Plasmaspiegel (tmax): 3-10 min nach dem Rauchen: maximale
Konzentration
(cmax): 100 ng THC/ml (dosisabhangig!)
Eiweisbindung: 80-99% fur THC und seine Metabolite
von minden GmbH Wissenschaftliche Beratung
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Auswirkungen des Cannabiskonsums
Plasmaclearance: ca. 800 ml/min
Metabolite: Hydroxylierungsreaktionen in den Positionen
C-11 und C-8
sowie an der Pentylseitenkette mit anschliesender Oxidation
zum Keton oder zur Carbonsaure. Hauptmetabolit ist die
unwirksame 11-Nor-THC-9-carbonsaure. 11-Hydroxy- und 8b-
Hydroxy-THC weisen halluzinogene Potenz auf, 8-Hydroxy-
THC ist gering wirksam.
In der sog. Phase-II-Reaktion werden Konjugate mit
Gluconsaure zu Esther- bzw. .Etherg-glucuroniden gebildet,
seltener treten Konjugationen mit Schwefelsaure und
langkettigen Fettsauren auf.
Elimination: fakal 70%, renal 30%. t1/2: 1-4 Tage
Nebenwirkungen/uner- Tachykardie, Pulsbeschleunigung, Rotung der
Bindehaut,
wunschte Wirkungen: leichte Blutdrucksteigerung, orthostatische
Hypotonie, Ubelkeit,
Erbrechen, Kopfschmerzen, trockener Mund, Reizhusten,
Mudigkeit, Schlafrigkeit, bronchitische Beschwerden, obstuktive
Atemwegserkrankungen, Auswirkungen auf die Gedachtnisleistung,
Beeintrachtigung des Fahrverhaltens
Risiken: Krebserkrankungen des Hals-Rachenraumes und der
Lunge,
Schwachung des Immunsystems (umstritten), Veranderung des
Sexualhormonspiegels, Storungen der Sexualfunktion (umstritten),
Auswirkungen auf Schwangerschaft, Foten und
Neugeborene (umstritten), Veranderungen im Gehirn (umstritten),
Panikreaktionen, toxisches Delir, Psychosen, Flash
back (Echoeffekt, sehr selten und umstritten)
Risikogruppen: Schwangere und stillende Mutter, Jugendliche
in der
Reifungsphase, Herzkranke, Lungenkranke, psychisch labile
Personen, (aktive) Verkehrsteilnehmer
Drogen
und Musterung
Bei der Musterung
wird eine Urinprobe verlangt. Diese wird aber nicht auf Drogen
untersucht. Daher kann man auch die Frage nach Drogenkonsum, die
einem (neben vielen anderen) gestellt wird, gefahrlos verneinen.
Einige hoffen, mit eingestandenem Drogenkonsum um den Wehrdienst
herumzukommen. Schlechte Nachricht: Zumindest Cannabiskonsum hilft
da nicht.
Es gibt also eigentlich keinen guten Grund, Drogenkonsum zu gestehen.
Wer es dennoch tut, hat aber auch kaum Folgen zu befürchten:
Viele werden zum Psychologen geschickt. Lästig, aber harmlos.
Außerdem kann es einem passieren, daß man weder an
Autos noch an Waffen gelassen wird. Bösere Folgen gibt es
nicht, da die Ärzte der Schweigepflicht unterliegen.
Joe Wein hat mir von einem Zeitsoldaten berichtet, der keinen
Drogenkonsum angegeben hatte, und trotzdem bei der Musterung auf
THC untersucht wurde. Es sei noch einmal ausdrücklich gesagt:
Alle Angaben ohne Gewähr.
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