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der Illegalität |
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Drogen |
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- Blog |
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Heroin |
Heroin wird
durch Trocknung der hellen Flüssigkeit aus Schlafmohnkapseln
hergestellt. Es tritt in Form von weißlichen oder bräunlichen
Pulvern oder Tabletten auf. Überwiegend wird diese Droge
intravenös gespritzt ("gefixt"), nachdem sie mit
Zitronensäure gemischt auf einem Löffel erhitzt wurde.
Heroin wird z. T. außerdem geschnupft, geraucht oder inhaliert.
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Die Wirkung ist eine sehr starke mit einem hohem
Risiko zur schnellen psychischen und physischen Abhängigkeit.
Das starke Suchtgefühl sowie die hiermit verbundenen starken
Entzugerscheinungen (Schlaflosigkeit, Angstattacken, Schweißausbrüche,
Schüttelfrost, Schmerzen, Krämpfe) lassen den Abhängigen
all seine Bemühungen auf die Stoffbeschaffung konzentrieren,
was zu einem Verfall der Persönlichkeit sowie häufig
zu kriminellen Handlungen und Prostition wegen Geldmangels führt.
Der Süchtige muß die Heroindosis in sehr kurzen Zeitabständen
ständig erhöhen, was nicht selten zu einer unbeabsichtigten
tödlichen Überdosis führt. Darüber hinaus
ist der illegal gekaufte Stoff häufig gefährlich verunreinigt.
Auch beim Thema HIV-Infizierung (Aids) sind Heroinabhängige
doppelt gefährdet, einmal durch den unbedachten Umgang mit
Spritzen und außerdem in der Prostitution. Heroin ist natürlich
illegal.
Heroin (di-acetyl-morphin)
wird aus der Opiumrohmasse (Schlafmohnkapsel-Saft) durch chemische
Umsetzung des Morphins gewonnen. Neben Morphin enthält die
Schlafmohnkapsel weitere Stoffe, die zum Teil eine ähnliche
Wirkung haben. Traditionell wurde in den Ländern, in denen
Schlafmohn angebaut wird, auch die Rohmasse selbst geraucht. Heroin
wird in verschiedenen Formen verwendet und hergestellt:
Heroin Nr.1 ist eine weiße oder braune pulvrige Substanz,
die eigentliche Morphin-Base, die aus Rohopium gewonnen wird.
Heroin Nr. 2 ist ein graues bis weißes Pulver, das aus Morphin-Base
unter Zusatz von anderen Stoffen (beispielsweise Essigsäureanhydrid)
hergestellt wird.
Heroin Nr.3 ist grau-braunes, körnig und krümeliges
Granulat in Salzform (Hydrochlorid)
Heroin Nr. 4 ist ebenfalls ein Heroinhydrochlorid, ein weißes,
sehr gut wasserlösliches Pulver. Es ist hochkonzentriert,
wird dann aber "gestreckt", also beispielsweise mit
Ascorbinsäure oder Michzucker versetzt, um die Gewinnspanne
beim Verkauf zu erhöhen.
Die Firma Merck verkaufte Morphium ab 1828 als Medikament mit
dem Namen "Merck's Morphine". Etwa 50 Jahre später
gelang der Nachweis, daß Morphium süchtig macht. Wissenschaft
und Industrie machten sich auf die Suche nach einer ebenso wirksamen
Substanz, die nicht süchtig machte. Ergebnis dieser Suche
war 1874 das Heroin. Die Firma Bayer brachte es unter dem Namen
Heroin auf den Markt. Heroin ist übrigens auf das griechische
Wort "Held" zurückzuführen. Es wurde in größerem
Maßstab hergestellt, indem Morphin mit Essigsäureanhydrid
gekocht wurde. Zuerst setzte man Heroin ein, um die Morphin-Abhängigkeit
zu bekämpfen, aber auch als Hustenmittel. Erst 1904 erkannte
man, daß Heroin noch stärker abhängig macht als
Morphium, es dauerte aber noch bis 1921, bis die damalige Regierung
Heroin zum verschreibungspflichtigen Betäubungsmittel erklärte.
Heroin ist die zur Zeit noch die in der Drogenszene am meisten
konsumierte Droge, verliert jedoch gegenüber dem Kokain an
Boden. Neuerdings ist die Kombination zwischen Heroin und Kokain
(unter den Namen: Speedballs oder Cocktail) im Vordringen. Diese
Kombination hat besondere Bedeutung, weil diese sehr aggressivitätssteigernd
ist, mithin vermutlich auch an der zunehmenden Gewaltbereitschaft
innerhalb der "Scene" mitbeteiligt ist.
Einnahme: Injektion in die Venen (bevorzugt, weil die größte
Wirksamkeit),dann geraucht, selten gesnieft oder geschluckt (geringe
Wirkung)
Wirkung: Opiate haben schmerzstillende und euphorisierende Wirkung.
Die stärkste Euphorie erzeugt Heroin. Sämtliche negativen
Empfindungen wie Schmerz, Leeregefühle, Sorgen, Unwillen,
Angst werden schon kurz nach der Einnahme zugedeckt, hinzu kommt
ein momentan spürbares Hoch- und Glücksgefühl ("Flash").
Die euphorisierende Wirkung, d.h. das Glücksgefühl,
nimmt schon nach relativ kurzer Zeit des Gebrauchs ab, ab hier
ist nur noch das körperliche Verlangen Motor der Sucht
Risiken: Schon ein kurzzeitiger, regelmäßiger Konsum
kann psychische und körperliche Abhängigkeit erzeugen,
es treten Entzugserscheinungen auf, wenn kein Stoff zugeführt
wird. Akute Gefahren sind Bewußtlosigkeit und dabei Erstickungsgefahr
durch Erbrochenes, Atemlähmung mit Todesfolge bei Überdosierung
oder giftigen Beimengungen. Besondere Risiken sind Infektionen
(Geschwüre, Hepatitis, Aids) durch unsterile Spritzen, Leberschäden,
Magen- und Darmstörungen. Inzwischen ist es so, daß
ein Großteil(um 80 %) der Abhängigen an der Hepatitis
"C" leidet, einer Leberentzündung, die nach einigen
Jahren (bis 20) in eine Cirrhose oder Leberkrebs übergeht.
Weitere Gefahren kommen durch Beschaffungskriminalität und
Prostitution hinzu.
Morphin wirkt auf den Neurotransmitter-Haushalt. Neurotransmitter
sind "Botenstoffe" im menschlichen Körper, die
Signale von einem Nervenende zum anderen übertragen oder
senden. Empfänger dieser Signale sind die sogenannten Rezeptoren
an den Nervenenden.
Heroin gleicht in der Wirkung dem des Morphins, ist aber fünf
bis zehn Mal stärker. Dafür wirkt Heroin nur für
eine bis vier Stunden, Morphin dagegen bis zu sechs. Gespritztes
Heroin wirkt viel schneller als beim Rauchen oder Sniefen. Beim
Spritzen geht der Wirkstoff über das Blut rasch ins Gehirn,
der "Fixer" erlebt einen plötzlichen "flash"
oder "kick" und fühlt sich total euphorisch. Danach
kommt es zu einem allgemeinen Wohlbefinden, man ist gleichgültig
gegenüber äußeren Dingen, losgelöst, der
Schmerz wird gelindert, man fühlt sich beruhigt und hat ein
gesteigertes Selbstbewußtsein, Ängstlichkeit und Anspannung
verschwinden. Gelegentlich kann es aber auch zu Angst kommen.
Körperlich sorgt Heroin dafür, daß die Pupillen
klein bleiben und das Atem- und Hustenzentrum gehemmt wird. Besonders
letzteres kann zu einen Atemstillstand führen, wenn die Dosis
zu hoch ist. Heroin hat ein sehr hohes Suchtpotential, es macht
rasch abhängig und sorgt für quälende Entzugserscheinungen.
Die Toleranz erhöht sich schnell, das heißt, die Dosis
muß erhöht werden, um die gewünschte Wirkung zu
bekommen. Irgendwann geht es für den Süchtigen nur noch
darum, den Entzug zu verhindern, die eigentliche positive Wirkung
wie Kick und High stellen sich gar nicht mehr ein.
Da Heroin schnell psychisch und körperlich abhängig
macht, sind die langfristigen Wirkungen und Folgen erheblich.
Die Persönlichkeit verändert sich, wie bei fast allen
psychotropen Substanzen. Der Süchtige ist reizbar und aggressiv.
Das Leben dreht sich um die Droge und wie sie zu beschaffen ist.
Der Süchtige wird kriminell, um Geld zu beschaffen, vor allem
Frauen prostituieren sich, die Menschen verwahrlosen und verelenden,
der Süchtige hat Selbstmordgedanken, weil alles ausweglos
erscheint, manchmal kommt es sogar zum Selbstmord durch den "goldenen
Schuß".
Körperlich hat Heroin bleibende Gehirnschäden zur Folge,
es kommt zu Magen- und Darmstörungen, Leberschäden,
kaputtem Gebiß und Kiefer. Der Körper verfällt
nach und nach. Bei zu starker Dosis kann es zu Atem- und Herzlähmung
kommen und damit zum Tod. In der Schwangerschaft genommen, beeinträchtigt
Heroin das Kind schwer, oft müssen solche Kinder nach der
Geburt erst einmal "entzogen" werden. Die Infektionsgefahr
durch unsaubere Spritzen ist hoch, es drohen Aids, Gelbsucht und
andere Hepatitis Erkrankungen. Das führt dazu, daß
Heroin neuerdings häufiger geraucht und inhaliert wird. Es
ist allerdings ein Irrtum zu glauben, daß dies nicht oder
weniger abhängig macht. Reine Heroinabhängigkeit dürfte
mittlerweile selten sein. Die meisten Abhängigen nehmen mehr
oder minder wahllos alles durcheinander, besonders Alkohol, Medikamente
wie Benzodiazepine oder Kokain. Diese Mehrfachabhängigkeit
nennt man "Politoxikomanie".
Wer heroinabhängig oder mehrfachabhängig ist, braucht
professionelle Hilfe. Er/Sie ist krank und wird den Ausstieg alleine
nicht schaffen. In vielen Orten stehen spezielle Jugend- und Drogenberatungsstellen
als Anlaufstellen zur Verfügung, vor allem in Großstädten
gibt es Hilfen wie "Therapie sofort". Der erste Schritt
gegen die Sucht ist die Entgiftung und der Entzug. Es gibt einen
kalten Entzug (ohne Medikamente) oder einen warmen Entzug (mit
Medikamenten, um die meist starken Entzugserscheinungen zu lindern),
manchmal wird auch Akupunktur eingesetzt. Die Entgiftung alleine
reicht aber nicht aus, um "clean" zu bleiben und ohne
Droge zu leben, da der Suchtdruck und die psychische Abhängigkeit
bei Heroin hoch sind. Deshalb sollte sich eine Therapie anschließen.
Meist ist diese stationär, das heißt der Betroffene
wird stationär in einer Fachklinik behandelt. Ambulante Therapie
ist bei illegalgen Drogen seltener.
Als weiteres Angebot entstanden vor einigen Jahren die Methadon-Programme:
Das heißt, bestimmte Süchtige bekommen als Ersatz für
Heroin legal den Wirkstoff Methadon. Wichtig dabei ist allerdings,
daß es nicht ausreicht, nur eine Droge durch eine andere
zu ersetzen (auch Methadon macht süchtig). Darüber hinaus
müssen Hilfen angeboten werden, die es dem Abhängigen
ermöglichen, irgendwann ganz auf Drogen zu verzichten.
Die Geschichte
des Konsums von betäubenden oder euphorisierenden, natürlichen
Opiaten (Heroin wird halbsynthetisch hergestellt und ist deswegen
ein Opioid) reicht bis ca. 3000 v. Chr. in das alte Ägypten
zurück und führt bis in die Neuzeit zu den Opiumhöhlen
von China. Auf die schmerzstillende, beruhigende, manchmal aber
auch anregende Wirkung von natürlichen Opioiden wurden Pharmazeuten
und Chemiker bereits Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts aufmerksam
und versuchten, ein synthetisches Äquivalent zu dem Naturstoffextrakt
Opium zu finden und ein Heilmittel zu entwickeln, das schnell
herzustellen war und entsprechend auch vermarktet werden konnte.
Heroin-Medikamentenflasche von Bayer
Der englische Chemiker Charles Robert Alder Wright entwickelte
1873 ein Verfahren zur Synthetisierung Diacetylmorphins, eines
Syntheseprodukts aus Morphin und Essigsäureanhydrid. Am 26.
Juni 1896 griff die Aktiengesellschaft Farbenfabriken (heute Bayer)
das Verfahren auf und ließ es unter der Bezeichnung Heroin
und der Patentnummer 31650 F 2456 schützen. Wenig später
gelang am 21. August 1897 nach dem gleichen Verfahren dem bei
Bayer beschäftigten Chemiker Felix Hoffmann ebenso die Synthetisierung
Diacetylmorphins. Daraufhin startete ab 1898 der Bayer-Konzern
die Produktion von Diacetylmorphin.
Heroin wurde in einer massiven Werbekampagne in 12 Sprachen als
ein oral einzunehmendes Schmerz- und Hustenmittel vermarktet.
Es fand auch Anwendung bei etwa 40 weiteren Indikationen, wie
Bluthochdruck, Lungenerkrankungen, Herzerkrankungen, zur Geburts-
und Narkoseeinleitung, als nicht süchtigmachendes Medikament
gegen die Entzugssymptome des Morphins und Opiums. Als Nebenwirkungen
wurden lediglich Verstopfung und leichte sexuelle Lustlosigkeit
beschrieben, weshalb das Opioid von der Ärzteschaft sowie
von den Patienten zunächst überaus positiv aufgenommen
wurde. 1904 wurde erkannt, dass Heroin, genau wie Morphin, zur
schnellen Gewöhnung und Abhängigkeit führt. Zwar
warnten einige Ärzte, dass es das gleiche Abhängigkeitspotenzial
wie Morphin besitze, diese blieben jedoch in der Minderheit. Das
lag einerseits an der aggressiven Vermarktung, andererseits daran,
dass die orale Darreichungsform zu einer sehr viel langsameren
und geringer dosierten Aufnahme des Stoffes führte, wodurch
starke Rauschzustände und Abhängigkeit in der Regel
ausblieben. Außerdem gab es damals noch keine Stigmatisierung
Opioidabhängiger. Diese entwickelte sich jedoch langsam im
ausgehenden 19. sowie dem beginnenden 20. Jahrhundert speziell
in puritanischen Kreisen in den USA.
Zur stigmatisierten Droge entwickelte sich Heroin ab ca. 1910
vor allem in den USA, wo die Morphin- und Opiumsucht oftmals vorkam.
Als bekannt wurde, dass gerauchtes oder intravenös gespritztes
Heroin eine stärkere Wirkung hatte, stiegen viele Abhängige
auf die leicht erhältliche Substanz, die außerdem nebenwirkungsärmer
als Morphin war (hinsichtlich Histaminreaktion), um. Die Zahl
der Abhängigen stieg an. Der Hauptgrund für die Illegalisierung
von Heroin ist jedoch bei der damaligen Stigmatisierung chinesischer
Einwanderer zu finden, die häufig Opium rauchten und später
auch Heroin konsumierten. Dadurch wurden diese Substanzen vermutlich
mit den ohnehin unliebsamen Chinesen assoziiert, weswegen zuerst
einzelne Bundesstaaten der USA verschiedene Gesetze zwecks Verbot
einführten. Später, auf der ersten Opiumkonferenz 1912,
wurde zum ersten Mal ein staatenübergreifendes Verbot diskutiert,
welches ausschließlich politisch und nicht medizinisch motiviert
war (Diamorphin gilt bis heute als eines der wirksamsten Opioide).
1931 gab Bayer dem politischen Druck nach, stellte die Produktion
ein und entfernte Heroin damit aus seiner Produktpalette. Stattdessen
konzentrierte sich die Firma auf ihre zweite, bahnbrechende Entdeckung:
das Aspirin. In Deutschland wurde Heroin noch bis 1958 verkauft.
Das Verbot erfolgte am 6. April 1971. Heroin, um das Jahr 1900
herum noch von der Firma Bayer als Medikament verkauft, gilt als
die wirksamste, körperlich wie psychisch abhängig machende
Droge, die aktuell bekannt ist. Heroin wird durch chemische Prozesse
aus dem Rohopium des Schlafmohns gewonnen. Es handelt sich dann
um weißes Pulver, das betäubend und euphorisierend
wirkt.
Herstellung
Heroin wird
halbsynthetisch hergestellt, Ausgangssubstanz ist dabei das Morphin.
Gewonnen wird Morphin als Extraktion aus Rohopium, dem getrockneten
Milchsaft des Schlafmohns (Papaver somniferum). Zur Herstellung
von Heroin wird Morphin an den beiden Hydroxyl-Gruppen mittels
Essigsäureanhydrid (=Acetanhydrid) oder Essigsäurechlorid
acetyliert. Als Nebenprodukt kann monoacetyliertes Morphin entstehen
(z. B. 6-MAM). Reines Heroin ist sowohl als Base als auch als
Hydrochlorid-Salz ein farbloser kristalliner Feststoff.
Risiken
Bei einem
regelmäßigen Konsum bestehen folgende Gefahren: Bewusstlosigkeit,
Atemlähmung oder auch eine Herzschwäche, die zum Tode
führt. Insbesondere gefährlich ist das Risiko einer
Überdosis bereits 5 mg können giftig wirken.
Des Weiteren ist eine Infektion durch nicht-sterile Spritzen möglich.
Generell besteht
das Risiko der sich schnell einstellenden Abhängigkeit. Alleine
die Tatsache, dass Heroin nie gleich Heroin ist, macht auch bei
regelmäßigem Konsum die Gefahr einer (tödlichen)
Überdosis möglich.
Meist ist
bei Heroinabhängigen eine soziale Verelendung mit starkem
körperlichen Verfall zu beobachten. Gesundheitliche Schäden
wie Zahnausfall, Leberschäden, Erkrankungen der Lunge oder
Herzentzündungen sind weit verbreitet. Durch eventuell auftretende
Hirnkrämpfe kann es zu äußerlichen Verletzungen
jeglicher Art kommen, beispielsweise zu Knochenbrüchen in
Folge von Stürzen.
Im Zusammenhang
mit Heroinkonsum stehen häufig Beschaffungskriminalität
oder Prostitution.
Heroin ist
aufgrund der für einen Anteil der Konsumenten überwältigenden
psychischen Wirkung eine Substanz mit vergleichsweise hohem Suchtpotenzial.
Heroin zählt zu den Substanzen mit dem höchsten Suchtpotenzial
überhaupt. Sicheres Symptom für eine physische Abhängigkeit
sind die körperlichen Entzugserscheinungen, die je nach individueller
Konstellation bereits nach 2 Wochen täglichen Konsums auftreten.
Die Konsumform bzw. -dosis korreliert sehr häufig mit dem
Grad der körperlichen Abhängigkeit. Mit häufigerem
Rauchen oder nasalen Konsum und damit steigender Toleranz wird
diese Einnahmeform häufig unökonomisch, da bei beiden
genannten Konsumformen im Schnitt ~2/3 des Wirkstoffes bei der
Einnahme verloren gehen, ohne dass sie an ihren Wirkort
die Opioidrezeptoren gelangt sind und Heroin am Schwarzmarkt
gekauft extrem teuer ist. So sind Abhängige oft gezwungen,
auf intravenöse, subkutane und intramuskuläre Injektion
überzugehen, was durch die höhere Wirkstoffaufnahme
auch die Toleranz noch weiter steigen lässt.
Oft versetzen Konsumenten ihren gesamten Besitz, um die Sucht
zu finanzieren, was meist mit einem sozialen Abstieg verbunden
ist. Die Süchtigen sind meistens nicht in der Lage ihrer
Arbeit nachzugehen, werden obdachlos, auch weil sie es nicht mehr
schaffen, ihren Verpflichtungen (Ämtergänge, etc.) nachzukommen
oder weil das gesamte Bargeld in Drogen investiert wird.
Es gibt auch eine nicht bekannte Zahl von Heroinabhängigen
(über die z. B. in der niedrigschwelligen Drogenhilfe immer
wieder berichtet wird), die ihrer Arbeit geregelt nachgehen und
ihrem Umfeld ihre Abhängigkeit verheimlichen können.
Sie sind sozial integriert und fallen nicht als von illegalen
Substanzen Abhängige auf. Dieses Phänomen ist auch von
anderen Abhängigkeiten wie z. B. dem Alkoholismus bekannt,
häufig erhalten diese Abhängigen Unterstützung
aus ihrem Umfeld, das ihnen viele Aufgaben abnimmt und ihre Abhängigkeit
vor der Umwelt geheimhält, meist ist die Ursache für
diese Unterstützung die sogenannte Co-Abhängigkeit.
Heroinsucht muss also nicht zwingend mit einem sozialen Abstieg
einhergehen, stellt also keine Ausnahme unter den Abhängigkeiten
dar.
Manche Studien deuten darauf hin, dass es erheblich mehr Einmal-
bzw. Gelegenheitskonsumenten als psychisch oder zusätzlich
körperlich Abhängige gibt.
Bereits nach
kurzem Konsum kann man von einer körperlichen und psychischen
Abhängigkeit sprechen. Der Betroffene konsumiert dann etwa
zwischen 0,5 und drei Gramm Heroin pro Tag. Diese sind gewöhnlich
auf mindestens drei Injektionen verteilt, die bei einer Nichtgewöhnung
tödlich wirken würden.
Anzeichen
für eine Sucht sind herumliegende Spritzen oder Löffel
mit Rußrückständen. Auf letzteren wird beispielsweise
Heroin verflüssigt. Einstichstellen oder Vernarbungen an
den Innenseiten der Arme oder Ellenbogen können ebenfalls
auf eine Sucht hinweisen.
Die rasch
sinkende Toleranz führt zu immer kürzeren Zeitabständen
zwischen der Einnahme. Entzugserscheinungen sind unter anderem
Zittern, Schwitzen und Frieren, starke Gliedschmerzen, Schlafstörungen
oder Kreislaufzusammenbrüche. Meist wird der nächste
Schuss dann nicht wegen des euphorischen Empfindens gesetzt, sondern
um einen Normalzustand zu erreichen.
Der körperliche
Entzug dauert meist fünf bis sieben Tage, nur sehr selten
länger als zwei Wochen. Ein ärztlich Begleiteter Entzug
ist mit Substitution sowie einer Suchttherapie möglich.
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Metabolisierung
Die Hauptmetabolisierungsroute des Heroins ist:
Heroin 6-MAM Morphin
Heroin wird im Körper rasch, mit einer Plasmahalbwertszeit
von 3 Minuten, zu 6-Monoacetylmorphin (6-MAM) deacetyliert. Es
gibt daneben noch den inaktiven Metaboliten 3-MAM. Beide werden
weiter zu Morphin hydrolysiert (Halbwertszeit ca. 20 Minuten).
Etwa 110 % des Morphins werden in den ebenfalls aktiven
Metaboliten Morphin-6-Glucuronid umgewandelt, welcher eine deutlich
höhere HWZ als Morphin selbst aufweist und deswegen bei Patienten
mit schwachen Nieren bzw. gar Niereninsuffizienz bei langandauernder
Schmerztherapie kumulieren kann. Weitere 5575 % des Morphins
werden zu inaktivem Morphin-3-Glucuronid metabolisiert. Es wird
auch zu ca. 5 % zu Normorphin verstoffwechselt.
Pharmakokinetik
Die Bioverfügbarkeit ist abhängig von der Konsumform.
Heroin ist deutlich stärker lipophil (fettlöslich) als
Morphin und gelangt daher rasch ins Gehirn, was zu einer starken
Anflutung an den Wirkrezeptoren führt; daher löst eine
intravenöse Heroin-Injektion einen initialen Kick
(auch Flash genannt) aus. Dieser Effekt ist bei allen
anderen Konsumformen als der intravenösen Injektion aufgrund
der langsameren Anflutung nach dem heutigen Stand der Wissenschaft
zumindest stark abgeschwächt, wenn überhaupt vorhanden.
Gründe dafür sind die langsamere Resorption, die vorzeitige
Hydrolyse und der First-Pass-Effekt.
Pharmakodynamik
Bis vor kurzem nahm die Wissenschaft an, dass Heroin selbst nur
als Prodrug wirkt: nach dieser Theorie bindet es sich nicht selbst
an die Opioidrezeptoren, es sind vielmehr die aktiven Metaboliten,
welche für die Wirkung verantwortlich sind. Neuere Studien
kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass Heroin unter bestimmten
Bedingungen durchaus selbst an Opioid-Rezeptoren andockt.
Erwähnenswert ist die hohe intrinsische Aktivität von
6-MAM am µ-Opioidrezeptor, sie ist höher als die von
Morphin und ist daher mitentscheidend für die starke Ausprägung
des Rauschgefühls nach intravenöser Heroininjektion.
Die Dosen, die ein körperlich von Heroin Abhängiger
zu sich nimmt, überschreiten nicht selten das 10- bis 30-fache
der ursprünglich therapeutischen Dosis der Substanz. Wenn
man den durchschnittlichen Reinheitsgrad von Schwarzmarktheroin
mit berücksichtigt, der in Europa von den Niederlanden
abgesehen für den Endkunden in der Regel zwischen
5 und 15 %, selten über 20 % (Stand 2006), beträgt,
kommt ein durchschnittlicher langjähriger intravenöser
Heroinkonsument mit einer Menge aus, die 100200 mg der Reinsubstanz
entspricht. Die Rechtsprechung in der Bundesrepublik Deutschland
legte bei der Festlegung der nicht geringen Menge Heroin im Sinne
von § 29a Betäubungsmittelgesetz zugrunde, dass eine
Dosis von 50 mg bei einer nicht drogenabhängigen Person letal
wirkt [4].
Die stärkere Wirkung des Heroins im Gegensatz zum Morphin
mag sich dadurch erklären, dass das Heroin (und das primäre
Stoffwechselprodukt Monoacetylmorphin) aufgrund der besseren Fettlöslichkeit
die Blut-Hirn-Schranke leichter durchdringen kann als das Morphin.
Die Wirkung von Heroin hält bei Konsumenten ohne Toleranz
6 Stunden bis oftmals über 24 Stunden an, wobei Nachwirkungen
nach dem ersten Konsum manchmal mehrere Tage andauern können.
Hingegen dauert die Wirkung von Heroin bei einem körperlich
Abhängigen, wenn er eine für sich durchschnittlich hohe
Dosis konsumiert, nicht länger als 68 Stunden, wonach
die Entzugserscheinungen langsam wieder einsetzen. Opioide wie
das Heroinsubstitut Methadon besitzen eine Halbwertszeit von bis
zu 24 Stunden. Die Dosistoleranz von Opioiden steigt bei täglichem
Konsum rapide an, deswegen steigern viele Abhängige die Dosis
im Rahmen der Verfügbarkeit der Substanz ständig nach,
da bei täglichem Konsum diejenige Menge, die am Vortag noch
zum erwünschten Effekt geführt hat, auf das 1,5- bis
2-fache gesteigert werden muss, um einen vergleichbaren Effekt
zu erzielen. Da jedoch die meisten Abhängigen durch die astronomischen
Schwarzmarktpreise schnell ihre finanziellen Möglichkeiten
ausgereizt haben, befinden sich die meisten von ihnen zumeist
auf der Jagd nach Geld, um eine halbwegs gleichbleibende Dosierung
zu erreichen (steady state) und Entzugserscheinungen
zu verhindern. Heroin kann nach oraler oder rektaler Verabreichung
als 6-MAM im Blut nachgewiesen werden, Heroin selbst lässt
sich im Blut nur wenige Stunden nachweisen. Metabolische Rückstände
14 Tage im Urin und mehrere Monate in den Haaren (hierzu
siehe auch Toxikologie)
Toxikologie
In forensischen Erfassungstests, sogenannten Screening tests (Screening
dt. Überprüfung), können die metabolischen Rückstände
chemischer Substanzen verschiedenster Analgetika (beispielsweise
Paracetamol), Barbiturate und Opiate wie Heroin toxikologisch
im menschlichen Körper nachgewiesen werden. Hierfür
wird in der klinischen Chemie bei Verdacht auf Intoxikation mit
Medikamenten und Drogen das Screening aus Blutserum, Speichel,
Sperma, Heparinplasma oder Urin verwendet.
Chemisch standardisiert können halbsynthetische Opiate wie
Heroin jedoch nur über Urinausscheidungen nachgewiesen werden,
da das Diacetyl-Morphin Heroin vom Organismus relativ schnell
zu Morphin metabolisiert wird. Verfälscht werden kann der
Urintest überdies durch opiatähnliche Substanzen gleicher
Struktur oder Wirkung wie beispielsweise das Codein, welches in
handelsüblichen Schmerzmitteln oder in Antitussiva (Hustensäften)
vorkommt. Insofern muss ein positives toxikologisches Ergebnis
nicht unbedingt auf einen Heroinmissbrauch schließen lassen.
Der Urintest erfasst indes nur reine Opiate und Amphetamine; vollsynthetische
Opiat-Substitute wie beispielsweise Methadon werden hierbei jedoch
nicht erfasst.
Antidote und Opioidantagonisten
Bei einer opiat- bzw. heroinbedingten Intoxikation werden Opioidantagonisten
eingesetzt. In Deutschland wird häufig Naloxon-Hydrochlorid
verwendet, welches die Aufnahme des Opioids an den Opioidrezeptoren
blockiert. Problematisch ist hier die weitaus kürzere Halbwertszeit
gegenüber dem Opioid. Dieser Antagonist wirkt zu kurzzeitig
(~1 h) und hebt außerdem die analgetische (schmerzstillende)
Wirkung des Heroins auf, was sofort zu heftigsten Entzugssyndromen
(Schweißausbrüche, Schmerzen und Krämpfen bis
hin zum Kreislaufkollaps) führen kann, wenn der Patient eine
auch nur kleine Toleranz gegenüber Opioiden hat. Opioidantagonisten
dürfen aufgrund ihrer Nebenwirkungen nur unter ärztlicher
Kontrolle verabreicht werden. Vorsicht gilt in besonderem Maße
für Substituierte mit dem halbsynthetischen Opioid Buprenorphin
(z. B. Subutex), welches eine höhere Rezeptoraffinität
als Naloxon besitzt alle derzeit am Markt verwendeten Opioidrezeptor-Vollagonisten
haben eine signifikant niedrigere Affinität als Naloxon und
werden daher vom Naloxon schnell verdrängt hingegen
lässt sich aus diesem Grund Buprenorphin nur mit äußerst
hohen Dosen Naloxon antagonsieren. Es besitzt außerdem eine
interindividuell stark variable HWZ bis zu 48 h, weshalb zusätzlich
Naltrexon gegeben werden muss.
Wirkung
Heroin ist euphorisierend, schmerzlindernd und zugleich schlaffördernd.
Es wirkt je nach Applikationsform mit einer Halbwertszeit von
vier bis sechs Stunden und ist für die Organe des menschlichen
Körpers nicht toxisch. Weitere Wirkungen auf den ungewöhnten
Körper sind die emetische (gr. Emesis = Brechreiz) und atemdepressive
Wirkung. Die Nebenwirkung der Obstipation unterliegt keiner Toleranzbildung
der Wirkstoff wurde um die Jahrhundertwende als Mittel
gegen Durchfall eingesetzt. Bei einer Überdosierung ist hauptsächlich
eine Atemdepression gefährlich, die, insbesondere wenn zusätzlich
andere sedierende psychotrope Substanzen wie Alkohol, Benzodiazepine
oder Barbiturate im Sinne einer Polytoxikomanie hinzukommen, zum
Atemstillstand mit Todesfolge führen kann (der sogenannte
goldene Schuss). Um die Wirkung im Falle einer Überdosierung
aufzuheben, werden Opioidantagonisten (zum Beispiel Naloxon) eingesetzt.
Konsumformen
Intravenöser
Konsum
Der intravenöse Konsum (umgangssprachlich drücken,
ballern oder fixen) ist wohl die bekannteste
Konsumform. Da die zumeist in Europa erhältliche Heroinbase
nicht in Wasser löslich ist, braucht man einen Hilfsstoff,
um es in Lösung zu bringen. Das Heroin wird mit einer Säure
(Ascorbinsäure, in Pulverform (Vitamin C) oder Zitronensaft)
und Wasser gemischt. Zitronensaft ist besonders gefährlich,
da hier Partikel in die Blutbahn gelangen bzw. weil es zu einer
schwerwiegenden Infektion mit einem Pilz kommen kann. Die Säure
bewirkt beim Aufkochen die für die intravenöse Injektion
notwendige Bildung eines wasserlöslichen Heroinsalzes.
Bei intravenösem Konsum von Heroin steigt die körperliche
Toleranz gegenüber dem Opioid am schnellsten. Die Infektionsgefahr
ist bei subkutanem Gebrauch, also dem Spritzen unter die Haut,
geringer. Durch häufige intravenöse Injektionen unter
nicht sterilen Bedingungen, wie sie unter Schwarzmarktbedingungen
vorherrschen, bilden sich oft Hämatome und Vernarbungen,
die eine Thrombose (Venenverschluss) verursachen können.
Allerdings kann auch der injizierende Konsum von reinem Heroin,
wenn der Konsument unsauber arbeitet, wie jede andere Injektion
auch, zu Abszessen führen. Zittern als Entzugserscheinung
führt zu einer erhöhten Verletzungsgefahr bei der Selbstinjektion.
Es besteht die Gefahr, die Vene zu verfehlen, und sich eine Kammer
unter die Haut zu spritzen (sich ein Ei schießen)
Die Benutzung derselben Kanüle durch mehrere Personen oder
das Aufteilen einer aufgekochten Zubereitung birgt das Risiko
einer Infektion mit HIV/AIDS und sonstigen durch das Blut übertragbaren
Krankheiten (z. B. Hepatitis B und besonders Hepatitis C). Durch
die Strecksubstanzen in Schwarzmarktheroin (Strychnin und viele
andere) kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungen kommen.
Intranasaler Konsum
Beim Sniefen durch die Nase wird das Heroin zu feinem
Pulver zermahlen. Ähnlich wie beim Kokain wird es anschließend
mit einem gerollten Geldschein oder einem Strohhalm durch die
Nase eingesogen bzw. eingeatmet, wodurch es direkt auf die Nasenschleimhaut
gelangt. Dort geht es umgehend in die Blutbahn über und entfaltet
seine Wirkung.
Wie auch beim Konsum von Kokain über die Nasenschleimhäute
gibt es neben den vorhandenen Gefahren durch Überdosierung
und Streckmittel weitere Gefahren. Wird Heroin über einen
längeren Zeitraum direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht,
trocknen die Schleimhäute aus und können reißen.
Die Folge ist eine Neigung zu Nasenbluten. Da die Nasenschleimhaut
zu den Teilen des menschlichen Körpers gehört, die nach
einer toxischen Schädigung nicht regenerierbar sind, können
die Nasenscheidewände bei extremem Konsum über die Nase
Löcher bekommen. Bei dem gemeinsamen Gebrauch von Ziehwerkzeugen
kann es zu Krankheitsübertragungen kommen .
Inhalation
Gelegentlich haben unter Suchtdruck stehende Konsumenten zum Rauchen
des Heroins kein "Blech" (Alufolie) zur Hand und es
wird auf schadstoffbelastete Materialien, wie alten Blechdosen
geraucht, bzw. inhaliert.
Das Rauchen des Heroins (Slangbegriffe: Blowen, Chasing
the Dragon, den Drachen jagen, einen Aufleger
rauchen, eine Folie rauchen, ein Blech
rauchen bzw. chineesen), ist eine Konsumform,
bei der das Heroin auf einem Stück Alufolie verdampft wird.
Dieser Dampf wird mithilfe eines Aluröhrchens inhaliert.
Da sublimiertes Heroin bei Raumtemperatur sehr schnell wieder
kondensiert, setzt sich in dem Inhalationsröhrchen schnell
eine Schicht Heroin ab, die von den Konsumenten, wenn sie eine
bestimmte Menge erreicht hat, dann gesammelt und konsumiert wird.
Zwar ist das Inhalieren von Heroin bei oberflächlichem Inhalieren
aufgrund des großen Anteil nicht in die Lunge gelangenden
Heroins vergleichsweise ineffektiv, doch umgeht die Zuführung
über die Lunge den sog. first-pass-Effekt, wodurch
beim Inhalieren im Verhältnis zur Menge der Droge, die die
Blutbahn erreicht, nach der Injektion der größte Anteil
an Diamorphin die entsprechenden Rezeptoren erreicht. Der Vorteil
des Inhalierens von Heroin ist die relativ gut kontrollierbare
Dosierung. Aufgrund des sofortigen Wirkungseintritts wird eine
drohende Überdosis bemerkt, bevor eine zu große Menge
der Droge konsumiert wurde, was beim Injizieren oder sniefen
nicht möglich ist. Bei den letzteren Kosumformen wird jeweils
eine bestimmte Menge der Droge zugeführt und befindet sich
dann im Körper. Die Wirkung erreicht ihren Höhepunkt
also erst, nachdem der Konsument sich die volle Menge zugeführt
hat, so dass er keine Chance hat, diese zu korrigieren.
Seit einigen Jahren wird in der Forschung eine bestimmte Form
der Enzephalitis mit der Inhalation von Heroin in Verbindung gebracht.
Das Erhitzen des Heroins scheint dabei entweder einen Streckstoff
oder eine andere Substanz im Heroin in eine für das Gehirn
schädliche Form umzuwandeln. Die Folge sind Zersetzungsprozesse
im Gehirn, die nach Sprachverlust, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen
zu lebensbedrohlichen und irreversiblen Schädigungen des
Gehirns führen können. Das Zustandekommen und die Ursachen
dieser Erkrankung und inwiefern sie mit dem Heroin zusammenhängt,
sind jedoch noch nicht eindeutig geklärt, so dass man bisher
nur von einem Verdacht sprechen kann. Fälle dieser Erkrankungen
wurden in der englischsprachigen Fachliteratur aus Kanada und
England gemeldet.
Gerauchtes Heroin kann zu erhöhtem Speichelfluss führen,
der bei fortgesetztem Schlucken zu Übelkeit und Erbrechen
führen kann; wird es dabei zu heiß verbrannt, kann
es zu Übelkeit und Erbrechen führen. Die Gefahr einer
Überdosis ist auch bei gerauchtem Heroin gegeben, da der
zentralnervöse Atemantrieb vermindert wird und es so zu einem
Atemstillstand kommen kann. Bestandteile des Heroinrauchs können
in der Luftröhre auskristallisieren und diese teilweise oder
ganz verschließen.
Mischkonsum
Der Konsum mehrerer Drogen gleichzeitig kann zu Wechselwirkungen
führen, welche die Wirkung von Heroin verstärken. Es
gibt sehr wenige Überdosierungen von Heroinabhängigen,
die letal ausgehen, wenn nur Heroin allein genommen wurde. Wenn
allerdings Mischkonsum mit anderen sedierenden Substanzen wie
Alkohol oder Benzodiazepinen wie z. B. Flunitrazepam oder Diazepam
betrieben wird, steigt die Gefahr einer lebensgefährlichen
Überdosis rapide an.
Eine Mischung aus Heroin und Kokain wird umgangssprachlich Cocktail
oder Speedball genannt. Hierbei ist die Wirkung der
beiden Drogen entgegengesetzt, was vor allem für das Kreislaufsystem
eine gefährliche Belastung darstellt. Die Gefahr einer Überdosierung
ist dabei besonders hoch.
Werden mit Heroin auch Benzodiazepine eingenommen, besteht die
Gefahr eines Atemstillstandes. Beide Stoffe wirken atemdepressiv,
rufen also eine verminderte Aktivität der Atemmuskulatur
hervor. Heroin kann über eine zerebrale Vaskulitis
vorwiegend in Zusammenhang mit Alkoholaufnahme auch zu
Blutungen im Gehirn führen.
Besonders,
wenn Heroin mit anderen Drogen wie Alkohol, Beruhigungs- oder
Aufputschmitteln zusammen konsumiert wird, besteht das Risiko
des Atemstillstandes.
Häufige Todesursache ist Atemstillstand durch Überdosierung,
laut Angaben des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit
in 85 % der Todesfälle durch unbeabsichtigte, 12 % durch
Überdosierung in suizidaler Absicht, wobei fast alle Überdosierungen
auf einer Kombination mit anderen Suchtmitteln wie Benzodiazepine
und/oder Alkohol zustande kommen. Heroin taucht auf dem illegalen
Markt in Konzentrationen von etwa 5 bis 20 % Base auf. Dosisschwankungen
stellen eine gewisse Gefahr dar, die jedoch für Heroin als
einzigen Faktor oftmals übertrieben dargestellt wird. Auch
kommt es gelegentlich zu Todesfällen, wenn nach längerer
Abstinenz nach einem Entzug die gleiche Dosis gespritzt wird,
die vor dem Entzug konsumiert wurde. Eine größere Gefahr
für Überdosierung besteht darüber hinaus bei sogenanntem
Heroin No.4, welches auch Thai-H genannt wird, das
teilweise eine Konzentration von bis zu 80 % enthält und
gleichzeitig fett- und wasserlöslich ist, da es, wie sonst
am europäischen Schwarzmarkt eher unüblich, nicht als
wasserunlösliche Base, sondern in der Form des Hydrochlorid-Salzes
vorliegt. Diese Substanz ist in Pulverform aufgrund ihres Reinheitsgrades
nicht immer grau-bräunlich, manchmal sogar schneeweiß.
Auf dem illegalen Markt gehandelt, kann es durch Verwechslung
mit gewöhnlichem 520 % Straßenheroin zu unfreiwilligen
Überdosierungen selbst bei Abhängigen führen.
Sehr gefährlich ist der Konsum zusammen mit anderen sedativ
wirkenden Drogen, wie Benzodiazepinen (Valium, Rohypnol), Barbituraten
und Alkohol. Alkohol verstärkt die Wirkung beruhigender Medikamente
überproportional. Wird nach kombiniertem Konsum dieser Substanzen
Heroin konsumiert (oder umgekehrt), so hat das oft tödliche
Folgen. Die meisten vermeintlichen Herointoten sterben wegen der
Potenzierung dieser Substanzen.
Die in den meisten Staaten illegale Substanz wird häufig
von den Händlern mit anderen Substanzen vermischt, um den
Gewinn zu steigern. Nach Untersuchungen des deutschen Bundeskriminalamtes
fanden sich im Jahre 2003 in 3858 Proben Koffein (99,4 %), Paracetamol
(94 %) und Griseofulvin (4,6 %). Von den Zusätzen waren Lactose
(3,6 %), Mannit (2,3 %) und Saccharose (1,3 %) am häufigsten
enthalten. Zudem treten schlichte Verunreinigungen, manchmal sogar
durch Straßendreck auf, die bei einer Injektion extrem gesundheitsschädlich
sind. Dabei können solche Verunreinigungen zu schweren Infektionen
des Blutkreislaufes führen, weil Bakterien direkt in die
Vene gespritzt werden. Außerdem können durch ungelöste
Partikel Thromben entstehen, die sich oft in der Lunge festsetzen,
jedoch jederzeit weitergespült werden können, um möglicherweise
sogar eine lebensgefährliche Embolie zu verursachen. In Einzelfällen
taucht auch mit z. T. tödlichen Giftstoffen (z. B. Strychnin,
Scopolamin) vermischtes Heroin auf.
Anders als beim übermäßigen Kokain- oder Speedkonsum
können die Zähne allein durch Heroinkonsum nicht geschädigt
werden. Der Grund, dass sehr viele Heroinabhängige an einem
verfallenen Kiefer leiden, ist hauptsächlich mangelnde Hygiene,
die mit allgemeiner Selbstvernachlässigung einhergeht, da
der Schwarzmarktpreise zahlende Heroinkonsument fast pausenlos
auf der Jagd nach mehr Geld ist, um seine Sucht zu befriedigen.
Wenn Heroinkonsumenten in Substitutionsbehandlung kommen, beobachtet
man meist eine Verbesserung sowohl des allgemeinen Erscheinungsbildes
als auch der Mundpflege, da der Süchtige meist erst zu diesem
Zeitpunkt aus dem Teufelskreis der Geldbeschaffung für die
Sucht herauskommt und sich nach langer Zeit wieder um sich selbst
kümmern kann.
Entzug
Die körperlich
heftigsten Entzugserscheinungen stellen sich bei einem plötzlichen
Totalentzug der Droge ein (im Szenejargon auch Cold Turkey,
bzw. auf den Truthahn kommen (da man in diesem Zustand
zu zittern und zucken beginnt, einen Affen schieben,
einen Affen haben oder auf dem Affen sein
genannt). Ein abrupter Heroinentzug ist nicht unbedingt lebensbedrohlich,
in Einzelfällen besteht jedoch auch hier die Gefahr eines
akuten Kreislaufzusammenbruchs. Der Entzug verursacht Schmerzen,
Schweißausbrüche abgewechselt von Schüttelfrost,
Erbrechen, Unruhe, Zittern, Krämpfen und autoaggressivem
Verhalten mit Verletzungsgefahr; folglich entsteht physisch wie
psychisch ein schier unstillbares Verlangen nach dem erlösenden
nächsten Schuss (Craving). Klinisch behandelt
wird der Heroinentzug zumeist durch Substitutpräparate wie
Methadon oder L-Polamidon oder Codeinpräparate verbunden
mit einer Suchttherapie. Um die Wirkung im Falle einer Überdosierung
aufzuheben, werden Opioidantagonisten (z. B. Naloxon) eingesetzt.
Der rein körperliche Heroinentzug dauert 57 Tage, kann
aber bei Schwerstabhängigen bis zu 2 Wochen andauern; überdies
besteht in belastenden Situationen jederzeit die Gefahr eines
psychischen Rückfalls (eine sogenannte Drogen-Depression).
Auch szenebedingt besteht immer ein erhöhtes Risiko, sich
erneut anfixen zu lassen.
Sämtliche Entzugsmethoden werden kontrovers diskutiert. So
kann beispielsweise ein Schnellentzug mit Opioidantagonisten wie
Naltrexon unter Vollnarkose (Ultra Rapid Opiate Detoxification)mit
schwersten gesundheitlichen Risiken verbunden sein, sofern diese
Form des Entzugs nicht unter adäquaten intensivmedizinischen
Bedingungen praktiziert wird. Die Risiken des Entzugs unter Narkose
können nur reduziert werden, indem die Narkose unter intensivmedizinischen
Bedingungen mit der gleichen Überwachung durchgeführt
wird wie dies bei großen Operationen der Fall ist (Intubation
und Beatmung, zentralvenöser Zugang, arterieller Zugang,
Magensonde, Urinkatheter, EEG-Messung etc.)
Medikamentös wird die Sucht mit Subutex behandelt, das den
Suchtdruck unterdrücken soll, und mit Nemexin, das dafür
sorgt, dass Heroin im Körper nicht mehr andocken kann. Ersteres
hat allerdings ebenfalls ein Gewöhnungs- und Abhängigkeitspotential.
Nach einem körperlichen Entzug besteht die Gefahr, dass die
zuvor gewohnte Dosis wegen einer Toleranzabsenkung zu einer Überdosierung
Rechtslage
Mit dem Gesetz
zur diamorphingestützten Substitutionsbehandlung (Diamorphin-Gesetz)
wurde Diamorphin im Juli 2009 ein verschreibungsfähiges Betäubungsmittel,
das unter staatlicher Aufsicht in Einrichtungen, die eine entsprechende
Erlaubnis besitzen, an Schwerstabhängige abgegeben werden
kann. Der verschreibende Arzt muss suchttherapeutisch qualifiziert
sein, die Betroffenen müssen mindestens 23 Jahre alt, seit
mindestes fünf Jahren opiatabhängig sein und mindestens
zwei erfolglose Therapien nachweisen. Durch das Gesetz wurden
das Betäubungsmittelgesetz, die Betäubungsmittelverschreibungsverordnung
und das Arzneimittelgesetz entsprechend geändert.
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