| Durch
Mischkonsum mit anderen Substanzen steigt das Risiko unkalkulierbarer
Rauschzustände. Ebenso erhöht und/oder potenziert sich
das Risiko gesundheitlicher Schädigungen.
Cannabis auf
Ecstasy dämpft und verringert die Ecstasywirkung. Cannabis
in Verbindung mit Ecstasy kann aber auch zum Gegenteil führen
und die Rauschwirkung verstärken
Wechselwirkungen
zwischen HIV-Medikamenten und Cannabis
Proteasehemmer
(z. B. Viracept®, Crixivan®): leichte Senkung der Medikamenten-
Wirkspiegel (wahrscheinlich ohne Nachteile für die HIV-Therapie)
und Erhöhung des THC-Wirkspiegels möglich (stärkere/längere
Cannabis-Wirkung).
Angesichts der großen Verbreitung von THC-Derivaten (THC-Abkömmlinge)
und dem Mangel an Berichten, in denen schädliche oder ungünstige
Wechselwirkungen zwischen Proteasehemmern und THC dokumentiert
sind, lassen sich diese Wechselwirkungen vermutlich klinisch als
nicht relevant einstufen, wenn normale, gemäßigte THC-Mengen
konsumiert werden. Bei HIV+-Patienten unter einer stabilen Crixivan®
(800 mg TID) bzw. Viracept® (750 mg TID) -Therapie sanken
die Crixivan® (Indinavir) und Viracept® (Nelfinavir) -Spiegel
um 10 % bzw. 17 % im Marijuana-Zigaretten Arm. Die Spiegelveränderungen
hatten keine klinischen Konsequenzen. Die orale Gabe von THC als
Kapsel führte zu keinen veränderten Crixivan® und
Viracept®-Spiegeln.
Für geboosterte Proteasehemmer-Regime sind keine klinisch
relevante Wechselwirkungen zu erwarten, für ungeboosterte
Proteasehemmer-Regime wird ein TDM empfohlen. Nach Bedarf sollte
die THC-Dosis bei Beginn eines Proteasehemmer Regimes reduziert
werden.
Da in Studien nur einzelne Substanzen getestet werden, sind Wechselwirkungen
weiterer Substanzen trotz Nicht-Nennung nicht ausgeschlossen!
Mischung
aus Cannabis und Alkohol oder Cannabis und Ecstasy
Wer schon einmal Cannabis (siehe auch Rauschmittel: Cannabis)
zu sich genommen hat, weiß, dass man sich wie ausgetrocknet
vorkommt und sehr viel Durst hat. Durch den Alkohol (siehe auch
Rauschmittel: Alkohol) wird die Austrockung noch gesteigert, da
der Giftstoff Alkohol über die Niere ausgeschieden und dem
Körper somit zusätzlich Flüssigkeit entzogen wird.
Selbiges gilt für Ecstasy (siehe auch Rauschmittel: Ecstasy),
nach dessen Konsum das Durstgefühl abhanden komm
Risikofreien
Konsum gibt es nicht. Wer die teils erheblichen, akuten und
langfristigen Risiken in Kauf nimmt, kann sich höchstens
mit safer-use-Informationen vertraut machen. Die folgenden allgemeinen
Hinweise dienen dem Ziel der Schadensbegrenzung:
Bedenke, dass
beim Konsum von space cakes bzw. über den Magen eingenommenes
Haschisch die Wirkung erst nach bis zu eineinhalb Stunden nach
dem Konsum eintreten kann. Vorsicht beim dosieren!
Cannabis in Verbindung mit anderen Drogen verändert den Rauschzustand
und vergrößert die Risiken.
Möchtest Du die Rauschwirkung mildern, so kannst Du dies
mit vitaminhaltigen oder zuckerhaltigen Getränke versuchen
Bei Unwohlsein: Kühlung von Unterarmen, Nacken und Kopf sowie
ein ruhiger Raum und Kontakt mit Freunden
Wechselwirkungen
mit Heroin , Kokain etc.
Opioide (z.
B. Heroin, Methadon), Benzodiazepine oder GHB: Desorientierung;
verstärkte Schläfrigkeit, Verstärkung der Atemhemmung
durch andere Drogen, Atemlähmung möglich
Auflistung
Antidepressiva
Die sedierende Wirkung von trizyklischen Antidepressiva kann verstärkt
werden. Der
antidepressive Effekt kann ebenfalls verstärkt werden.
Benzodiazepine
Die antiepileptische Wirkung von Benzodiazepinen kann verstärkt
werden.
Betablocker
Die von Cannabis hervorgerufene Herzfrequenzerhöhung
kann durch Betablocker reduziert werden.
Brechreizhemmende Mittel
Die brechreizhemmenden Eigenschaften von Cannabis und Phenothiazinen
kann sich
gegenseitig verstärken. Im Falle von Serotonin- Antagonisten,
welche in der Krebschemotherapie
häufig eingesetzt werden, gilt dasselbe.
Glaukommedikamente
Die augeninnendrucksenkende Wirkung von Cannabis und entsprechenden
Medikamenten
verstärken sich gegenseitig.
Insulin
Beim Menschen zeigen sich keine relevanten Einflüsse von
Cannabis auf den Zuckerstoffwechsel.
Neuroleptika
Die antipsychotische Wirkung von Neuroleptika kann reduziert werden.
Umgekehrt
kann Cannabis zur Reduktion der von Neuroleptika ausgelösten
Bewegungsstörungen beitragen.
Opiate
Die schmerzlindernden Effekte der beiden Substanzen können
sich gegenseitig verstärken.
Ausserdem wirkt Cannabis der Übelkeit, welche Opiate teilweise
hervorrufen,entgegen.
Schlafmittel
Die sedierende und schlafanstossende Wirkung kann durch Cannabis
verstärkt werden.
Theophyllin
Dies ist ein Stoff zur Behandlung von Asthma.Cannabis beschleunigt
den Abbau von
Theophyllin, was zu einer Dosiserhöhung desselben führen
kann.
Alkohol
Cannabis und Alkohol verstärken sich gegenseitig in ihren
Wirkungen. Vorsicht ist
geboten beim Lenken eines Fahrzeuges oder im Umgang mit schweren
Maschinen
(Reaktionsbereitschaft, Konzentration).
Herzfrequenzsteigernde Substanzen
Die herzfrequenzsteigernde Eigenschaft von Cannabis kann durch
solche Substanzen
(z.B. Amphetamin, Kokain, Atropin) verstärkt werden. Vorsicht
bei höheren Dosen.
Bei bestehender Herzkrankheit kann es zu schwerwiegenden Komplikationen
kommen.
Nichtsteroidale Entzündungshemmer
Dazu gehört z.B. Aspirin. Diese hemmen die psychischen Wirkungen,
die Herzfrequenzbeschleunigung, die Senkung des Augeninnendrucks
und wahrscheinlich auch viele weitere positive Eigenschaften von
THC.
Eine Kombination ist jedoch nicht schädlich.
Kontraindikationen und Vorsichtsmassnahmen
Unter absoluter Kontraindikation versteht man, dass Medikamente
auf keinen Fall eingenommen
werden dürfen, unter relativer Kontraindikation dürfen
sie nur unter bestimmten
Bedingungen verwendet werden.
Absolute Kontraindikation
Es gibt Menschen, die allergisch auf THC oder andere Cannabisbestandteile
reagieren.
Unter diesen Umständen sollte vom Konsum abgesehen werden
.
Relative Kontraindikationen
Zu den relativen Kontraindikationen gehören schwere psychiatrische
Störungen wie
z.B. Schizophrenie. Umgekehrt kann aber Cannabis bei einzelnen
Menschen mit psychiatrischen
Erkrankungen auch positiv wirken.
Bei Schwangerschaft und stillenden Müttern ist ebenfalls
Vorsicht geboten wegen
möglichen Übertragungen auf das (ungeborene) Kind.
Bei Herzerkrankungen (Koronarsklerose, Zeit nach Herzinfarkt,
Rhythmusstörungen,
Herzschwäche) sollten Überdosierungen vermieden werden.
Ältere Leute reagieren prinzipiell anders auf Medikamente
als jüngere. Bei ihnen kann es
im Falle von Cannabis zu unangenehmen psychischen Nebenwirkungen
kommen.
Beim Einsatz von schweren Maschinen oder beim Lenken eines Fahrzeugs
ist ebenfalls
Vorsicht angesagt, da das Konzentrationsvermögen und die
Psychomotorik beeinflusst
werden können. Bei Patienten, die an Chorea Huntington leiden,
kann es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Symptomatik
kommen.
Der Mischkonsum
von Cannabis und Zauberpilzen (Psilocybin) oder LSD
wird von den Personen, die mit dieser Kombination Erfahrungen
gesammelt haben, fast ausschließlich für gut befunden
(subjektive Bewertung), von den Personen, die darüber medizinisches
Wissen gesammelt haben, fast ausschließlich für gesundheitlich
höchst bedenklich befunden (objektive Bewertung). Überwiegend
gut fallen unter den Probanden die Bewertungen der Kombinationen
von Cannabis und Ecstasy oder Kokain aus. Auch die Kombination
von Cannabis und Speed wird überwiegend positiv bewertet.
Die Kombination von Cannabis und Alkohol wird eher ambivalent
bewertet und die Kombination von Cannabis und Heroin überwiegend
negativ.
Auch wenn Konsumenten bestimmte Kombinationen überwiegend
positiv beurteilen, bedeutet das nicht, dass diese Kombinationen
gesundheitlich unbedenklich sind. Der Mischkonsum ist immer mit
einem bestimmten Risiko verbunden. Beispielsweise gilt:
Die Wirkung von Cannabis intensiviert die psychotrope Wirkung
der Zauberpilze. Bei einem günstigen Set und Setting werden
dadurch die psychedelischen Effekte, die durch die Pilzwirkung
hervorgerufen werden, klarer und deutlicher wahrgenommen, leidenschaftlicher
empfunden und intensiver erlebt. Unter guten Voraussetzungen steigert
zudem die Kombination von Cannabis und Zauberpilzen (im Vergleich
zum Monokonsum der einzelnen Substanzen) die Begeisterungsfähigkeit
und begünstigt somit das Erleben inniger Verbundenheit. Bei
einer individuell ungünstig geprägten Prädisposition
kann beim Mischkonsum im Vergleich zum Monokonsum von Cannabis
oder von Zauberpilzen die Wahrscheinlichkeit, dass eine latent
vorhandene Psychose vorzeitig ausgelöst wird, erhöht
sein. Gleiches gilt auch für die Kombination von Cannabis
und LSD.
Wird nach dem Konsum von Cannabis Kokain geschnupft, wird ein
höherer Blutspiegel von Kokain erzielt als nach dem Schnupfen
von Kokain in nüchternem Zustand. Dies führt zu länger
anhaltenden Phasen euphorischer Gefühlsempfindungen, die
zudem etwas intensiver wahrgenommen werden als nach dem Monokonsum
von Kokain. Zu beachten ist jedoch, dass der Mischkonsum von Cannabis
und Kokain auch zu einer stärkeren Erhöhung der Herzfrequenz
und des Blutdrucks führt als der Monokonsum dieser Substanzen.
Besonders in Situationen von Anspannung und Stress tritt dieser
additive Effekt verstärkt auf. Deshalb sollten Personen mit
einem vorgeschädigten Herz-Kreislauf-System vor dem Mischkonsum
von Cannabis und Kokain dieser pharmakologischen Wechselwirkung
beim Risikomanagement bzw. bei der Risikoabwägung besondere
Aufmerksamkeit schenken.
Im folgenden sind einige Beispiele von Mischkonsum und damit verbundene
Gefahren aufgeführt, die allgemein bekannt sind. Viele Mischkombination
sind jedoch noch nicht oder kaum erforscht worden; die Wahrscheinlichkeit
eines hohen Risikos, beim Konsum dieser Kombinationen Schaden
zu nehmen, ist somit vorhanden.
Wo Cannbis
helfen kann
Analgesie,
Linderung neuropathischer und entzündungsbedingter Schmerzen
Wirkung auf motorische Funktionen, Linderung von Spastizität
Neuroprotektion
Hemmung der gastrointestinalen Motilität
Antiemetische Wirkung
Senkung des Augeninnendrucks
Erleichterung des Schlafes
Appetitanregende Wirkung
Linderung von Übelkeit und Erbrechen
Hemmende Wirkung auf die Ausbreitung von Krebszellen
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