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Schädigung der Lunge |
Bei Untersuchungen
von Cannabisrauch wurde festgestellt, dass dessen Zusammensetzung
der von Tabakrauch bemerkenswert ähnlich ist. Die Teerstoffe
im Cannabis sind allerdings offenbar im höheren Maße
krebserregend. Das Rauchen von Cannabis kann daher negative Auswirkungen
auf die Lunge haben.
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| Diese
Auswirkungen steigern sich, wenn Cannabis mit Tabak vermischt
und ungefiltert geraucht wird. Werden zusätzlich zum
Tabakkonsum Joints geraucht, steigt die Gefahr. Ob die Auswirkungen
bei reinen Cannabiskonsumenten, die die Droge mit Tabak zusammen
konsumieren, letztlich stärker oder schwächer als
die bei reinen Tabakrauchern sind, ist umstritten, da einerseits
bei Joints meist tiefer und deutlich länger inhaliert
wird, aber andererseits durchschnittliche Cannabis-Konsumenten
deutlich weniger Joints rauchen als durchschnittliche Tabakkonsumenten
Zigaretten. |
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| In einer
US-Studie (UCLA, Los Angeles) wurde hingegen festgestellt,
dass selbst ein regelmäßiger und vergleichsweise
intensiver Cannabiskonsum (5001000 Joints pro Jahr)
weder eine signifikant höhere Lungen-, Mund- und Speiseröhrenkrebswahrscheinlichkeit
noch sonstige höhere gesundheitliche Risiken mit sich
bringt. Allerdings ist die Fallzahl für diese Fall-Kontroll-Studie
mit insgesamt 2.240 nachträglich untersuchten Personen
recht gering, um Entwarnung bezüglich des Krebsrisikos
von Cannabisrauch geben zu können. Retrospektive Studien
wie diese sind nur zur Aufstellung von Hypothesen geeignet,
jedoch nicht zur Beweisführung. Für Personen, welche
Cannabiskonsum aufgrund der möglichen Schädigung
der Lunge vermeiden, wurde mit dem sogenannten Vaporizer eine
Möglichkeit für einen weniger gesundheitsschädlichen
Konsum gefunden. Dabei wird die Droge nur soweit erhitzt,
bis die psychotropen Substanzen, allen voran THC, verdampfen
eine Verbrennung und die damit verbundene Entstehung
weiterer Schadstoffe wird jedoch vermieden.
Robert
Melamede von der University of Colorado, einer der führenden
amerikanischen Cannabisexperten, vertritt die Auffassung,
dass Rauchen von Cannabis weniger wahrscheinlich eine Krebserkrankung
auslöse als das Rauchen von Tabak. THC habe sogar krebshemmende
Eigenschaften. Nach einer englischen Studie wirkt THC vor
allem auf Leukämiezellen ein.
Eine
wissenschaftliche Untersuchung aus Neuseeland ergab demgegenüber,
dass die Wahrscheinlichkeit, Lungenkrebs zu bekommen, gegenüber
üblichem Tabakkonsum bei hohem Cannabiskonsum (10 Jahre
täglich ein Joint bzw. 5 Jahre täglich 2 Joints)
bis zu 5,7-fach erhöht ist.
Donald
Tashkin ist einer der führenden amerikanischen Lungenspezialisten
und hat etwa 30 Jahre lang an dem Gebiet geforscht. Seine
jüngsten Auswertungen der Langzeitstudien kam zu einem
anderen Schluss. Sein Forschungsteam und er habe keine Verbindung
zwischen erhöhten Risiko an Lungenkrebs und Bronchitis
zu erkranken und Cannabis gefunden, sondern die Eingebung,
dass es einen schützenden Effekt hätte.
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In den letzten
Jahren wurden eine Reihe von neuen, ernst zu nehmenden Studien zur
Auswirkung des Kiffens auf die Lunge veröffentlicht. Schon
in früheren Untersuchungen wurde darauf hingewiesen, dass regelmäßige
Cannabis-Raucher, egal ob sie Cannabisprodukte nun mit oder ohne
Tabak verbrennen und einatmen, statistisch gesehen eher an Husten
und verschleimten Atemwegen leiden.
Genauer wollten es eine Forschergruppe um Michael Roth wissen. Sie
untersuchten die Lunge von 40 Freiwilligen mit verschiedenen Konsummustern:
Nichtraucher, Pur-Kiffer ohne Zigarettenkonsum, die rund fünf
Spliffs in der Woche durchzogen, Raucher, die eine halbe Schachtel
Zigaretten täglich konsumierten und Kombi-Kiffer, die sowohl
kifften als auch Tabak rauchten. Jedes Mal wurden die Atemwege der
Probanden per Endoskop videografiert und Lungenschleim untersucht
(s. Foto). Das Ergebnis: Alle drei Rauchergruppen wiesen eine höhere
Reizung der Bronchien auf als die Nichtraucher, wobei sich die Lungen
der Pur-Kiffer und die der Tabak-Raucher kaum unterschieden. Am
schlechtesten sah es bei den Kombi-Kiffern aus.
In Neuseeland untersuchten Robin Taylor und seine Kollegen über
einen langen Zeitraum wiederholt den Atemtrakt von annähernd
1000 freiwilligen Kiffern, jeweils in deren 18ten, 21ten und 26ten
Lebensjahr. Das Ergebnis: Sie litten im Vergleich zu Nichtrauchern
eher an Husten, Schnupfen und Kurzatmigkeit. Dies galt unabhängig
davon, so die Autoren, ob die Probanden zusätzlich auch noch
Zigaretten rauchten. Wichtig: Es herrscht ein statistisch signifikanter
Zusammenhang zwischen der Menge des in dem Zeiträumen gerauchten
Cannabis und der Schwere der Schädigung der Lunge. Gerade die
Dauerkiffer, so die Autoren, leiden eher an Husten, vermehrtem Auswurf
und Atemnot bei Belastung.
Das über allen professionellen Rauchern hängende Damoklesschwert
hört auf den Namen "Krebs". Auch hier gab es in den
letzten Jahren wichtige Erhebungen. Grundsätzlich wohnt auch
dem reinen Cannabisrauch das Potenzial inne nsere Zellen mutieren
zu lassen und zu Krebs zu führen. Die meisten Studien nutzen
aber enorm hohe Dosen, um diesen Effekt an den Zellen nachzuweisen.
Am saubersten ist daher formuliert: Cannabisrauch kann, muss aber
nicht Krebs auslösen. Selbst ohne Tabak birgt der dauerhafte
und über einen langen Zeitraum betriebene Konsum von Cannabis
die Gefahr der Krebserkrankung.
1999 untersuchte Zuo-Feng Zhang und eine Gruppe von Forschern an
der Universität von Kalifornien 173 Lungenkrebspatienten und
Nichtraucher-Kontrollgruppe. Das Ergebnis: Ein Krebsrisiko erhöht
sich mit Dauer und Dosis des Marihuana-Konsums. Langzeit-Kiffer,
so die Autoren, erkranken 2,6 Mal häufiger an Krebs als Nichtraucher.
Und das Risiko auf Krebs steigt um das 10-36-fache, wenn man zudem
noch regelmäßig Fluppen raucht.
Für Krebs wie für andere Krankheiten gilt: Oft ist es
sehr problematisch einen Kausalzusammenhang zum Cannabis-Konsum
nachzuweisen. Die meisten Kiffer rauchen parallel Tabak, viele kennen
die Wirkung von Hanf nur aus Tabak-Joints. Es besteht zwar der starke
Verdacht, noch ist aber nicht nachgewiesen, dass der pure Genuss
von Cannabis zu Krebs führt.
Neuseeländische
Forscher haben 2007 die Auswirkung von Cannabis- und Tabakrauch
auf die Lunge erneut verglichen (Thorax, Juli 2007). Sie untersuchten
vier Testgruppen: Erwachsene, die nur Cannabis rauchen, solche,
die nur Tabak genossen, eine Gruppe, die beides konsumierte, und
Nichtraucher. Die Cannabis-Pur-Raucher mussten mindestens 5 Jahre
lang einen Joint pro Tag geraucht haben, die Raucher ein Jahr
lang mindestens eine Schachtel Zigaretten pro Tag. Nach dem Durchlauf
der Statistik brachten die Forscher die Durchschnittswerte auf
eine prägnante Formel: ein Pur-Joint ist für die Lunge
das Äquivalent von 2,5 bis fünf hintereinander gerauchten
Zigaretten. Nach Ansicht der Wissenschaftler liegt das zum einen
an der Tatsache, dass die Inhalation bei Pur-Rauchern viel tiefer
und länger erfolgt.
Die schlimmsten
Lungenschäden haben die Experten um Richard Beasley allerdings
bei den Tabakrauchern und THC-Tabak-Kombinierern festgestellt.
Sie litten öfter am sogenannten Lungenemphysem, einer Lungenkrankheit,
die durch die Zerstörung der Lungenbläschen entsteht.
Bei den Pur-Kiffern stellten die Forscher zwar kein Lungenemphysem
fest, dafür aber leichtere Symptome wie pfeifenden Atem,
Husten und Schleimabsonderungen, wie es in dem Bericht
hieß.
Wohlgemerkt:
Seit tausenden von Jahren verschafft Cannabis Asthmatikern Erleichterung,
denn das Inhalieren des Rauches führt zu einer Erweiterung
der Bronchien, die bis zu einer Stunde anhält. Und während
so mancher Dauerkiffer fröhlich 85 Jahre alt wird, erwischt
manchen sportlichen Veganer bereits mit 52 der Sensenmann. Wie
so oft kommt es wohl auch auf die richtige Einstellung an. Und
wer schon meint viel Gras und Hasch rauchen zu wollen, der sollte
zumindest darauf achten seine kuschelige Körper-Geist-Einheit
in Form zu halten. Das Motto "Viel hilft viel" ist,
egal, um was es nun geht, meist Raubbau am Körper, der sich
früher oder später auf seine Weise rächen wird.
Die junge Lunge kann sich erholen, ist sie aber erst einmal gründlich
geteert wird es schwieriger mit dem Genuss der Riester-Rente.
Fazit: Die schädlichen Effekte von Tabak und Cannabis addieren
sich, raucht man die beiden Kräuter zusammen, ist das weder
aus Gründen eines kräftigen Highs noch aus gesundheitlicher
Sicht sinnvoll. Das klingt zwar puristisch, ist aber leider mittlerweile
eine nachgewiesene Tatsache.
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