| Generell gilt:
Je höher die Dosis ist, desto stärker die Wirkung. Allerdings
wirken insbesondere hohe Dosen manchmal auch psychisch anders: Es
können Ängste, Halluzinationen oder Panikzustände
entstehen.
Übrigens:
Bisher ist noch kein Fall bekannt, bei dem jemand an einer Überdosis
Cannabis gestorben wäre im Gegensatz zu anderen Drogen,
wie beispielsweise Alkohol.
Mit dem Ende
des Cannabisrausches verschwinden diese Wirkungen in der Regel
wieder. Sie müssen nicht alle zusammen oder gleich stark
auftreten. Jede Person reagiert individuell auf den Konsum von
Cannabis. Je nach Dosis, Konsumart, Person, momentaner Verfassung
und Situation sind die Wirkungen unterschiedlich.
Es ist nicht
leicht, festzustellen, ob jemand wirklich bekifft ist oder nicht.
Den hier aufgezählten Symptomen können auch andere Ursachen
zugrunde liegen.
Wie ist der Cannabisrausch?
Es ist schwierig,
den Rausch beim Kiffen und das «High»-Gefühl
generell zu beschreiben. Den Rausch erleben nicht alle gleich,
und Dosierung und Situation spielen ebenfalls eine Rolle.
Wenn Kiffer
und Kifferinnen ihren Rausch beschreiben, schildern sie ungefähr
dies:
Sie erleben Gefühle der Euphorie, Entspannung, Leichtigkeit
und Gedämpftheit. Eine Stimmung der inneren Ruhe entsteht.
Zeit und Raum wirken verändert: Die Zeit scheint langsamer
zu vergehen und die Umgebung macht vielleicht einen verzerrten
Eindruck. Die Sinne sind irgendwie empfindlicher. Vor allem Bilder,
Farben, Musik und Berührungen erleben sie intensiver.
Wenn Leute
in einer Gruppe kiffen, kann es sein, dass sich diese stärker
miteinander verbunden fühlen. Viele nehmen im Rausch und
wegen der veränderten Stimmung der Gruppe die Umgebung weniger
wahr, vergessen das Rundherum viel eher.
Das Kiffen
kann auch zu einem unkontrollierbaren Lach- und Redebedürfnis
führen. Gegen Ende des Rausches macht sich dann meist Schläfrigkeit
und Müdigkeit breit.
Nicht alle
diese Wirkungen müssen zusammen auftreten. Jede Person reagiert
individuell auf den Konsum von Cannabis. Was jemand als angenehm
empfindet, kann jemand anders negativ und unangenehm erleben.
Die momentane Verfassung oder die Dosis spielen ebenfalls eine
Rolle.
Gute und schlechte Gefühle
Fühlt
man sich nach dem Kiffen besser und glücklicher? Die Wirkung
des Kiffens wird als entspannend und euphorisierend beschrieben.
Aber: Cannabis wirkt nicht immer positiv und erzeugt nicht automatisch
gute Gefühle! Insbesondere wenn jemand schwerwiegende Probleme
hat, kann der Rausch die schlechten Gefühle auch verstärken.
Hohe Dosierungen können sogar zu Angstzuständen und
Halluzinationen führen.
Ist jemand
einfach momentan etwas unzufrieden, kann das Kiffen euphorisierend
wirken und die miese Stimmung anheben. Wie bei anderen Drogen,
wird zwar die Laune kurzfristig besser, die Grundstimmung aber
bleibt bestehen. Wenn es jemandem zur Gewohnheit wird, Unzufriedenheit
und negative Gefühle mit Kiffen zu überdecken, ist das
Risiko besonders gross, dass diese Person Probleme im Umgang mit
Cannabis bekommt.
Wie lange hält der Cannabisrausch an?
Es ist unterschiedlich,
wie schnell und wie lange Cannabis wirkt. Das hängt vom Menschen,
von der Dosis und auch davon ab, ob es durch die Lungen oder den
Magen aufgenommen wird.
Beim Rauchen
oder Inhalieren spürt man die erste Wirkung bereits nach
wenigen Minuten. Das THC geht von den Lungen direkt ins Blut.
Der Rauschzustand dauert in der Regel zwei bis vier Stunden.
Wird Cannabis
gegessen oder getrunken, so nimmt der Körper das THC langsam
durch den Magen auf. Erst nach 30 Minuten bis 2 Stunden wird eine
erste Wirkung spürbar. Der Rauschzustand dauert in diesem
Fall bis zu 12 Stunden an, in Extremfällen bis zu einem ganzen
Tag. Du kannst dir vorstellen, dass dies zu unangenehmen Situationen
führen kann. Besonders wenn die Dosis zu hoch war. Denn einmal
eingenommenes Cannabis entfaltet seine Wirkung, ohne dass man
dann noch etwas dagegen unternehmen könnte.
Cannabis bleibt,
auch wenn nicht mehr psychoaktiv wirksam, noch eine Weile im Körper
gespeichert. Die Halbwertszeit (das ist die Zeit, die der Körper
braucht, um die Hälfte der Dosis abzubauen) liegt bei acht
bis zehn Tagen. Deshalb kann man beispielsweise mit einem Urintest
noch Tage bis Wochen später Cannabiskonsum feststellen. Die
Nachweiszeit hängt auch davon ab, wie viel konsumiert worden
ist.
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| Wirkstoffe
Für die
Wirkung von Cannabis und Haschischprodukten sind hauptsächlich
folgende drei Hauptkomponenten verantwortlich, die sich in ihrer
Wirkung wechselwirkend beeinflussen.
1. delta9-Tetrahydrocannabinol
(THC), welches zum Großteil den psychoaktiven Effekt von
Cannabis hervorruft.
2. Cannabinol (CBN) ist vorrangig für die muskelrelaxierende
(krampflösende) Wirkung verantwortlich.
3. Cannabidiol (CBD) wirkt nach neuesten Studien dem THC-Effekt
entgegen, schwächt damit dessen Wirkung und sorgt gleichzeitig
für eine längere Wirkungsdauer des Gesamteffekts auf
die körperlichen Prozesse. Ein hoher CBD-Anteil in den Trichomen
schwächt den allgemeinen psychoaktiven Effekt und führt
zu einer eher körperbetonten, sedierenden Wirkung, anstatt
zu einer bewusstseinserweiternden Erfahrung.
Hanfpflanzen
mit einer großen Anzahl von Trichomen (Pflanzenhaaren),
mit sehr hohem THC- und einem extrem niedrigen Cannabidiolanteil-Verhältnis
(in der Regel von der genetischen Varietät (Cannabis sativa
oder Cannabis indica) und vom Reifegrad abhängig), führen
demnach zum psychoaktiven Geisteszustand, den Konsumenten als
klar, sauber und bewusstseinserweiternd empfinden. Konsumenten
beschreiben den Rausch von Sativa-Gattungen meist als kopfbetont
und geistesanregend, Indica-Gattungen hingegen werden eher als
körperbetont und schmerzlindernd empfunden.
Nachweisbarkeit
von Cannabis:
Cannabis ist bei einmaligem Konsum 7-10 Tage, bei häufigerem
Konsum bis zu 8 Wochen im Urin nachzuweisen. Im Haar kann Cannabis
je nach Haarlänge noch mehrere Monate nachgewiesen werden.
Wirkspektrum von Cannabis
- Cannabis kann den momentanen Gefühlszustand verstärken,
sowohl positiv als auch negativ.
- bewirkt Gefühle wie Entspannung, innere Ruhe, Ausgeglichenheit,
Wohlbefinden, leichte Euphorie und eine Befreiung von Ängsten.
- erhöhte Kommunikationslust
- Steigerung des sexuellen Empfindens,
- Veränderung von akustischen, visuellen und taktilen Empfindungen
- Je höher die Dosis, desto größer die Antriebs-
und Teilnahmslosigkeit
Akute Risiken
- Prinzipiell: keine exakte Kenntnis der Inhaltsstoffe, unbekannter
Wirkstoffgehalt.
- Angst- und Panikgefühle
- Veränderung der Zeitwahrnehmung
- Orientierungslosigkeit
- Herzrasen
- "Gedankenchaos "
- Sinnestäuschungen
- Ausbruch latenter Psychosen
Langfristige Risiken
- Erkrankung der Atemwege (Erhöhung des Lungenkrebsrisikos)
- Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
(Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit, abstraktes
Denken, Kurzzeitgedächtnis)
- Bei vorhandener Disposition: Ausbruch von psychiatrisch behandlungsbedürftigen
Erkrankungen.
Suchtgefahren:
- Bei Cannabis entwickelt sich keine körperliche Abhängigkeit.
- Viel gravierender, da schwerer in den Griff zu bekommen, ist
die psychische Abhängigkeit. Sie kann bei regelmäßigem
Konsum von psychoaktiven Drogen entstehen, also auch bei Cannabis.
Der Konsum von Cannabis kann zur
Gewohnheit werden, weil die Wirkung als angenehm empfunden wird
und viele es gut finden, gemeinsam mit anderen zu
konsumieren. Irgendwann merken sie, dass sie mit dem Kiffen Stimmungen
beeinflussen können, z.B. ein Gefühl von
Entspannung und Abstand herstellen, wenn sie eigentlich ärgerlich
oder frustriert sind. Kurzfristig fühlen sie dadurch die
Spannung, den Ärger oder Frust zwar nicht mehr, langfristig
wird die Grundstimmung durch regelmäßiges Kiffen jedoch
schlechter, und es gibt immer mehr Anlässe zu kiffen. Wer
dies häufiger macht, verlernt nach und nach, anders mit Gefühlen
umzugehen. Cannabis ist zum ständigen Begleiter, zur Fluchtmöglichkeit,
zum scheinbaren Problemlöser geworden, man
kann gar nicht mehr ohne ...arbeiten, ...Konflikte austragen und
aushalten, ...Spaß haben, ...Leute kennen lernen,
...befriedigende Sexualität erleben usw..
- Ein höheres Risiko, abhängig zu werden, besteht auch
für sehr junge Menschen, da die Gefahr besteht, dass sie
andere
Möglichkeiten von Spaß und Freizeitgestaltung gar nicht
erst entdecken.
ADHS Cannabis
ADHS Cannabis bzw. dessen Konsum (Kiffen) wird derzeit häufiger
als weg Selbstmedikation beschrieben. Erwiesen ist
jedoch das gerade bei ADS ADHS Betroffenen ein erhöhtes Suchtrisiko
besteht und vorsicht geboten ist. Typische Zeichen
für eine psychische Abhängigkeit sind z.B.:
- regelmäßiger und dauerhafter Konsum
- sich nicht vorstellen zu können, den Alltag ohne Cannabis
gut durchzustehen
- innerlich unruhig zu werden, wenn nichts mehr zu rauchen da
ist
- nervös, gereizt und angespannt zu sein, vielleicht auch
ängstlich und depressiv zu werden, wenn man mit dem Konsum
von Cannabis aufhört
- sich zwar vorzunehmen, nicht mehr zu kiffen bzw. die Menge drastisch
zu reduzieren, es aber nicht zu schaffen.
Safer-use-Informationen
Risikofreien Konsum gibt es nicht. Wer die teils erheblichen,
akuten und langfristigen Risiken in Kauf nimmt, kann sich
höchstens mit safer-use-Informationen vertraut machen. Die
folgenden allgemeinen Hinweise dienen dem Ziel der
Schadensbegrenzung:
- Bedenke, dass beim Konsum von space cakes bzw. über den
Magen eingenommenes Haschisch die Wirkung erst nach
bis zu eineinhalb Stunden nach dem Konsum eintreten kann. Vorsicht
beim dosieren!
- Cannabis in Verbindung mit anderen Drogen verändert den
Rauschzustand und vergrößert die Risiken.
- Möchtest Du die Rauschwirkung mildern, so kannst Du dies
mit vitaminhaltigen oder zuckerhaltigen Getränke versuchen
- Bei Unwohlsein: Kühlung von Unterarmen, Nacken und Kopf
sowie ein ruhiger Raum und Kontakt mit Freunden
Vorbeugung von Suchtgefahren!
Konsummuster: wichtig ist der Blick auf die Art und die Häufigkeit
des Konsums, auf harte oder weiche Konsummuster:
- Der Probier- und Gelegenheitskonsum gelten i.d.R. als 'weiches
Konsummuster'. Dies trifft auf die überwiegende
Mehrheit aller jugendlichen Drogenkonsumenten zu. Der Drogenkonsum
hat bei dieser Gruppe keinen zentralen
Stellenwert im Alltag erlangt, sondern wird als Freizeitkonsum
zu bestimmten Anlässen betrieben. Der Konsum bleibt in
den meisten Fällen eine vorübergehende altersbedingte
Erscheinung, die später wieder deutlich in den Hintergrund
tritt und
entweder ganz verschwindet oder auf Gelegenheitskonsum beschränkt
bleibt.
- Ein 'hartes Konsummuster' liegt vor, wenn die Substanz dauerhaft
und gewohnheitsmäßig über einen langen Zeitraum
gebraucht wird und fest im Alltag integriert ist. Ein weiteres
Merkmal für ein hartes Konsummuster ist ein häufiger
zusätzlicher Gebrauch von Alkohol und/oder anderen illegalen
Drogen. Die Faustregel - Wenn überhaupt Alkohol- oder
Drogenkonsum, dann nur unter günstigen Umständen: wenn
es Dir gut geht - und nicht als Problemlösung. Wenn die
Umgebung stimmt. Wenn die Leute - von denen mindestens einer nüchtern
bleiben sollte - in Ordnung sind.
Gerötete
Augen und gesteigerter Appetit können bei Jugendlichen ein
Zeichen dafür sein, dass sie Haschisch oder Marihuana zu
sich nehmen. Mundtrockenheit lösen Cannabis-Produkte ebenfalls
in vielen Fällen aus.
«Jugendliche sind unter dem Einfluss von Cannabis auch häufig
müde und antriebslos», sagt Christa Schaff, Vorsitzende
des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik
und Psychotherapie (BKJPP) in Berlin. Denn die Droge könne
die Stimmung in vielfältiger Weise beeinflussen - von Gleichgültigkeit
bis hin zu akuten Angstzuständen.
In Deutschland hat den Angaben zufolge etwa ein Drittel der 12-
bis 25-Jährigen bereits Erfahrungen mit Cannabis gemacht.
Dabei besitzt die Droge laut Schaff ein erhebliches Suchtpotenzial
und kann psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen
und Psychosen auslösen. «Darüber hinaus begünstigt
der Konsum von Cannabis den Einstieg in härtere Drogen wie
Heroin oder Kokain, da die Dealer oft auch diese Substanzen verkaufen.»
Große Gefahr besteht, wenn Jugendliche mit Schwierigkeiten
und Konflikten überfordert sind und das sogenannte «Kiffen»
zum scheinbaren Problemlöser wird. Ganz wichtig ist die Beziehung
zu den Eltern: «Denn die Gewissheit, mit allen Problemen
zu den Eltern kommen zu können, schafft eine wichtige Vertrauensbasis
und schützt Jugendliche vor einer Gefährdung durch Drogen»,
erklärt die Expertin
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